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Lunapark Sto Pociech

Beschreibung

Der Lunapark Sto Pociech war ein Warschauer Vergnügungspark, der von 1928 bis 1939 auf dem Gelände des heutigen Prager Parks im rechtsufrigen Stadtteil Praga betrieben wurde. Seine Geschichte beginnt mit einer unternehmerischen Entscheidung des Warschauer Zoos: Um zusätzliche Einnahmen zu erzielen, verpachtete das Zoo 1928 einen Teil seines Geländes an ein Vergnügungspark-Betrieb, der zunächst unter dem Namen Luna Park firmierte. Der Zugang zu beiden Einrichtungen erfolgte durch ein gemeinsames Holztor an der Straße Ratuszowa. 1933 wurde das Areal deutlich erweitert, bis zur damaligen Zygmuntowska-Straße, der heutigen Aleja Solidarności, und erhielt seinen endgültigen Namen 100 Pociech. Das Angebot des Parks umfasste eine Achterbahn, die von der zeitgenössischen Presse mitunter als Luftbahn bezeichnet wurde und ab 1930 in L-Form aufgestellt war, deren längere Seite zur Aleja Solidarności und zum Weichselufer ausgerichtet war. Die Konstruktion war weithin sichtbar, sowohl von der Kierbedź-Brücke, der heutigen Śląsko-Dąbrowski-Brücke, als auch von den Boulevards des Podzamcze-Viertels. Ergänzt wurde das Angebot durch elektrische Wägelchen, Karussells, ein Riesenrad, ein kegelförmiges Labyrinth sowie kleinere Gastronomiebetriebe. Auf dem Gelände stand außerdem ein Fallschirmturm mit einer Absprungplattform in zwanzig Metern Höhe, der dem Eisenbahn-Bezirk der Liga für Luft- und Gasschutz gehörte und neben deren Mitgliedern auch den Parkbesuchern zur Verfügung stand. Der Park war ein vielbesuchter Treffpunkt der Warschauer Bevölkerung, besonders für Familien mit Kindern. Ein Teil der Einnahmen floss zurück an den Zoo und ermöglichte vor dem Krieg unter anderem den Bau erster Freigehege für Huftiere sowie eines Seehundbeckens. Als der Park 1939 seinen Betrieb einstellte, hatte er sich bereits kulturell in die Stadtgeschichte eingeschrieben: Der Dichter Konstanty Ildefons Gałczyński erwähnte ihn in seinem Poem Zabawa ludowa, und in den 1930er Jahren fand der Prager Lunapark Eingang in das Lied Choć na Pragę, das als inoffizielle Hymne des Stadtteils gilt, mit Text von Tadeusz Stach und Musik von Artur Gold.

Achterbahnen (1)

Informationen

LandPolen
StadtWarsaw
AdresseWarsaw, Mazowieckie, Poland
Eröffnung1. Januar 1928
Schließung1. Januar 1939

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