Bootswerft Heistracher

Beschreibung

Die Bootswerft Heistracher am Chiemsee blickt auf eine über 130 Jahre alte Tradition des Bootsbaus zurück. Gegründet wurde der Betrieb im Jahr 1890 von Franz Stöffl auf der Nordseite der Fraueninsel, wo zunächst Lastkähne für das Kloster sowie Arbeitsboote für Fischer und Inselbewohner entstanden. Mit dem Eintritt von Sepp Heistracher im Jahr 1912 begann die Werft mit der Fertigung von Vergnügungsbooten, darunter Jollen, Jollenkreuzer und Kielyachten. Ein Motorboot mit Flugmotor erreichte damals bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h. Ab 1947 führten die Söhne Sepp und Richard den Betrieb weiter. Sie nutzten konsequent neue Werkstoffe: zunächst wasserfestes Bootsbausperrholz für leichte Sportboote, ab 1957 spezielle Rümpfe für Elektroantrieb mit widerstandsarmen Verdrängerformen, und ab 1962 Konstruktionen aus Glasfaser-Kunststoff. Aufträge jener Jahrzehnte umfassten unter anderem 20 Rennboote nach Rhodesien sowie Vorsteven für hölzerne Minensuchboote der Bundesmarine. Mit dem Eintritt von Peter Heistracher in vierter Generation im Jahr 1986 erweiterte sich das Programm um schnelle Rennyachten in Kohlefaser-Sandwich sowie robuste Arbeits- und Rettungsboote aus Glasfaser, Edelstahl und Aluminium. Heute umfasst das Lieferprogramm der Heistracher-Werft mehrere Baureihen von Elektrobooten unter der Bezeichnung Sprint, darunter das Modell 600 Sprint (6,00 m Länge, ab 4 kW Motor), das 670 Sprint (6,70 m, ab 8 kW, Kohlefaser-Vakuum-Sandwich-Leichtbauweise, Höchstgeschwindigkeit bis 48 km/h mit 55-kW-Antrieb und 60-kWh-Lithiumbatterie) sowie das 820 Sprint (8,20 m, ab 18 kW, mit Kajüte und zwei Kojen). Parallel dazu entwickelt und vertreibt die Werft unter der Marke Eccura bürstenlose Drehstrom-Synchronmotoren mit Vektorregelung, geräuscharmen Hochleistungs-Planetengetrieben, wassergekühlten Antriebskomponenten und 3-Blatt-Festpropellern aus Kohlefaser. Das Programm umfasst lenkbare Schaftmotoren, Außenbordmotoren sowie Lithiumbatteriesätze mit Kapazitäten von 10 kWh bis 60 kWh. Ergänzt wird das Angebot durch Neubauten der traditionellen 10-qm-Einheits-Segelplätte nach den Originalplänen von 1954 sowie durch individuelle Sonderkonstruktionen und Arbeitsboote für Wasserwacht, Segelschulen und Hafenmeister.

Informationen

Adresse7
Postleitzahl83256
Gründungsjahr1890
Attraktionen1 Attraktion
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